Gibt es eine Lehre als Nageldesignerin in Österreich?
Nein. Und der Grund dafür ist genau das, was den Einstieg leicht macht.
Nein. In Österreich gibt es keinen Lehrberuf für Nageldesign. Das AMS-Berufslexikon schreibt es wörtlich: „Es gibt keine gesetzlich geregelte Ausbildung für FingernageldesignerInnen.“ Der Beruf ist als Kurz- bzw. Spezialausbildung eingestuft, und das Gewerbe ist frei – deshalb braucht es weder Lehrabschluss noch Befähigungsnachweis.
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt keinen Lehrberuf und keine gesetzlich geregelte Ausbildung für Nageldesign.
- Das AMS-Berufslexikon führt den Beruf als Kurz- bzw. Spezialausbildung.
- Der Grund: „Modellieren von Fingernägeln“ ist ein freies Gewerbe.
- Stattdessen: WIFI mit 110 Einheiten, BFI mit rund 80 Stunden, oder betriebsintern.
- Einstiegsgehalt laut AMS: € 1.950 bis € 2.470 brutto im Monat.
Die Zahlen auf einen Blick
Warum gibt es keine Lehre für Nageldesign?

Weil der Beruf gewerberechtlich frei ist. Ein Lehrberuf setzt eine geregelte Ausbildung mit Ausbildungsordnung und Lehrabschlussprüfung voraus – und die gibt es nur dort, wo der Zugang zum Beruf geregelt ist. „Modellieren von Fingernägeln (Nagelstudio)“ steht auf der Bundeseinheitlichen Liste der freien Gewerbe, ohne Befähigungsnachweis. Es gibt also nichts, worauf eine Prüfung hinführen könnte.
Das AMS formuliert es in seinem Berufslexikon direkt: „Es gibt keine gesetzlich geregelte Ausbildung für FingernageldesignerInnen.“ Die nötigen Kenntnisse würden „betriebsintern oder durch einschlägige Kurz- oder Spezialausbildungen“ vermittelt. Genau das ist die Antwort auf diese Frage, und sie steht auf einer Seite des Arbeitsmarktservice, nicht auf einer Werbeseite.
Für die Nachbarberufe gilt das Gegenteil Kosmetik, Fußpflege und Massage haben geregelte Ausbildungen.
Dort verlangt die Gewerbeordnung einen Befähigungsnachweis, und dort gibt es entsprechend Ausbildungswege mit Prüfung. Wer in Wien Kosmetik machen will, hat einen längeren Weg als jemand, der Nägel machen will – und das ist der ganze Unterschied, um den es hier geht.
Wie lernt man den Beruf dann?
Drei Wege, die das AMS-Berufslexikon selbst nennt – mit dem, was sie an Zeit kosten.
Kein einziger dieser Abschlüsse ist für die Gewerbeanmeldung nötig. Sie sind Belege gegenüber Arbeitgebern und Gästen, nicht gegenüber der Behörde. Was du bei einem Wiener Anbieter erfragen solltest, sind deshalb nicht Titel, sondern Stunden am Modell.
Passt Nageldesign zu dir?
Fünf Fragen, dann ein Vorschlag, wo du anfangen könntest. Das Ergebnis siehst du sofort und ohne Kontaktdaten.
Noch 5 von 5 Fragen offen.
Kannst du dabei Geld verdienen?

Wenn du angestellt lernst, ja. Weil es keinen Lehrberuf gibt, gibt es auch keine Lehrlingsentschädigung – du bist von Anfang an regulär angestellt und wirst regulär bezahlt. Das AMS-Berufslexikon nennt ein Einstiegsgehalt von € 1.950 bis € 2.470 brutto im Monat.
Das ist einer der wenigen Punkte, an denen das Fehlen einer Lehre ein Vorteil ist. Wer in Wien eine Lehre in einem anderen Beruf beginnt, verdient in den ersten Jahren einen Bruchteil davon. Hier startest du auf dem regulären Niveau – dafür trägst du von Anfang an die Erwartung, dass die Arbeit hält.
Dass es keine Lehre gibt, hören die meisten zuerst als schlechte Nachricht. Es heißt aber, dass niemand drei Jahre auf ein Zeugnis warten muss, das ihm hinterher ohnehin niemand abverlangt.
Parastoo Keshavarz, Ausbildung & Qualität bei SONAIL, Wien
Was heißt das für deine Bewerbung?
- Kein Abschluss, den du nachreichen musst: Ein Betrieb kann keinen Lehrabschluss verlangen, den es nicht gibt. Was er verlangen kann, sind Arbeitsproben.
- Zeig Sets, nicht Zertifikate: Fotos von zehn fertigen Sets sagen mehr als jede Bescheinigung – und sie sind das, was in Wien tatsächlich angesehen wird.
- Sag, wie viele Stunden du am Modell warst: Diese Zahl ist vergleichbar. „Zertifiziert“ ist es nicht, weil niemand definiert, was es heißt.
- Frag nach der Einschulung: Ein Betrieb, der betriebsintern ausbildet, sagt dir, wie die ersten Wochen aussehen. Einer, der es nicht sagt, hat vermutlich keine.
Wenn du dir nicht sicher bist, ob der Beruf zu dir passt, beantworte die fünf Fragen unten. Sie ersetzen keinen Tag im Studio, sortieren aber die Frage, ob du eher angestellt, nebenbei oder auf ein eigenes Studio hin anfangen solltest.
Wer zahlt die Ausbildung, wenn es keine Lehre gibt?
Weil es kein Lehrverhältnis gibt, gibt es auch keinen Betrieb, der die Ausbildung automatisch trägt. Dafür gibt es vier Förderwege: die AMS-Beihilfe zu den Kurskosten, die Weiterbildungszeit für Angestellte, das waff-Bildungskonto der Stadt Wien und das Unternehmensgründungs-Programm.
Welcher davon für dich in Frage kommt, hängt fast nur an deiner Situation. Die vollständige Aufstellung mit Beträgen und Bedingungen steht auf AMS und Nageldesign-Ausbildung.
Häufige Fragen
Nein. Das AMS-Berufslexikon hält fest, dass es keine gesetzlich geregelte Ausbildung für FingernageldesignerInnen gibt. Der Beruf ist als Kurz- bzw. Spezialausbildung geführt.
Kein Zeugnis nötig – Können schon
SONAIL bildet in Wien genau für die Lücke aus, die das Fehlen einer Lehre hinterlässt: Stunden am Modell, mit Beurteilung durch jemanden, der es besser kann.
Ausbildung ansehenRechtsstand und Quellen
Rechtsstand: 6. August 2026. Die Angaben zu Ausbildungsform, Gewerbestatus und Einstiegsgehalt wurden am 6. August 2026 an den verlinkten Quellen geprüft.
- AMS: AMS Berufslexikon: FingernageldesignerIn · Stand abgerufen 6. August 2026
- BMWET: Bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe · Stand Fassung 2026
- WKO: Zugangsvoraussetzungen für Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure · Stand abgerufen 6. August 2026